samedi 22 février 2014

HSG: 1:12 – Der Wert eines Mitarbeiters und nicht ganz so freier Handel

a 18 November 2013. Die Schweizer Bürger werden am 24. November über die sogenannte 1:12-Initiative abstimmen. Der Vorschlag, eingebracht von der Jugendorganisation der Schweizer Sozialdemokraten, würde in der Schweiz agierenden Firmen verbieten, einem Mitarbeiter mehr als das zwölffache dessen zu zahlen, was der Mitarbeiter mit dem niedrigsten Lohn bekommt. Die Befürworter der Initiative sind der Meinung, dass es die Ungleichheit bei den Einkommen reduzieren könnte, die sich in der Schweiz, ebenso wie in anderen europäischen Ländern, in den letzten Jahren verschärft hat.Ein Weg daran vorbeiDr. Christian Keuschnigg, Experte für öffentliche Finanzen und Professor an der HSG, mahnte die Wähler in der Aargauer Zeitung zur Vorsicht. Wenn die Initiative angenommen werde, könnten Firmenbesitzer mehrere rechtlich unabhängige Firmen gründen und diese nach einer Lohnskala organisieren, sagte Keuschnigg. Damit könnten sie den eigentlichen Zweck der 1:12-Initiative umgehen.Keuschnigg wies ausserdem in der Neuen Zürcher Zeitung darauf hin, dass viele grosse Unternehmen ihre Spitzenverdiener in andere Länder transferieren könnten und dem Schweizer Staat damit die Steuereinnahmen entgingen, die auf diese Löhne entfallen.Alarmglocken läutenDr. Patrick Emmenegger, Professor für Politikwissenschaft und vergleichende politische Ökonomie, trug in einem Artikel in der Financial Times ebenfalls zur Debatte bei. Er sagte, „die Tatsache, dass etwas so unschweizerisches überhaupt in Betracht gezogen wird, ist ein Weckruf für das wirtschaftliche Establishment.“ Im Bezug auf die Abfindung, die Novartis für seinen aus dem Amt scheidenden Vorstand Daniel Vasella vorgesehen hatte und die wegen der öffentlichen Empörung zurückgenommen wurde, sagte Emmenegger: „Es herrscht die Meinung, dass einige Unternehmen zu weit gegangen sind. Die Menschen können nicht verstehen, dass jemandem eine Abschiedszahlung von 70 Millionen Franken angeboten wird.“FamilienbandeProfessor Thomas Zellweger, ein Experte für Familienunternehmen, setzte sich in einem Artikel in The Times mit Strategien für den Aufbau eines erfolgreichen Familienunternehmens auseinander. Er erklärte, es gebe durchaus Herausforderungen im Bereich Steuern und Recht wenn man ein Familienunternehmen übergebe. Der schwierigste Teil jedoch sei die emotionale Seite bei der Übergabe an die Kinder. „Wie würden Sie reagieren wenn Ihre Kinder die Chance ablehnten?“ fragte Zellweger. Bei einer weltweiten Studie, die er durchgeführt hat, waren nur 23 Prozent der Studenten, deren Familie ein Unternehmen hat, daran interessiert, das Unternehmen von ihren Eltern zu übernehmen.Die Handelswinde wehenAls Ökonomen aus der ganzen Welt bei HSBC Holdings kürzlich ihre Vorhersagen verglichen, zeigte sich, dass alle die gleichen Quellen des Wachstums vorhergesagt hatten: Exporte. Aber die Mathematik sagt uns, dass nicht jede Nation mehr Waren verkaufen als kaufen kann. Somit müssen einige der Analysten falsch liegen. Dr. Simon Evenett, Professor für Aussenwirtschaft und Entwicklung, äusserte sich auf BloombergBusinessweek zu diesem Thema.Er erklärte, dass Protektionismus auf dem Vormarsch sei, obwohl die führenden Industrienationen und Schwellenländer der G20 zugesichert hatten, diesen zu vermeiden. Evenett stützt sich auf Recherchen von Global Trade Alert, einer Gruppe von Ökonomen, die alle Aktionen, die den Freihandel blockieren, überwachen. Evenett schätzt, dass in den letzten 12 Monaten 352 protektionistische Massnahmen ergriffen worden sind. Er merkte ausserdem an, dass die Volkswirtschaften der Schwellenländer von Brasilien bis Indien nur langsam wüchsen und der Handel hinter den Erwartungen zurückbleibe. „Der Handel hätte sich bei einem normalen Aufschwung viel schneller erholt. Es sieht so aus, als gehe es in Zukunft so weiter, weil es viel mehr wirtschaftliche Unsicherheit gibt als am Anfang des Jahres.“

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